Die Automobilmanufaktur Gumpert positioniert sich auf den ersten Blick ähnlich wie die Kollegen von Wiesmann: So fungiert das 2005 im thüringischen Altenburg gegründete Unternehmen als Hersteller exklusiver Sportwagen in Kleinstserie.
Bei genauer Betrachtung werden allerdings deutliche Unterschiede sichtbar: Gumpert ist viel kleiner als Wiesmann, die Fahrzeuge stärker und auch exklusiver. Während man einen Wiesmann Roadster hin und wieder auf der Autobahn sichtet, fliegt Gumperts Herzstück Apollo nach wie vor unter dem Radar.
Die Gründung des Unternehmens resultierte aus der Zusammenarbeit des Tuners mtm Motorentechnik Meyer mit dem Rennwagenzulieferer Nitec Engineering. Beide nahmen sich 2002 die Fertigung eines straßenzugelassenen Rennwagens vor. Bereits Ende des Jahres stand ein erster Prototyp. Ein Jahr später kam Audis ehemaliger Motorsport-Chef Roland Gumpert ins Team, dessen Name die Firma später annahm. Ursprünglich sollte der erste Gumpert-Renner schon 2004 auf den Markt kommen. Nach finanziellen und technischen Anlaufschwierigkeiten glückte das Vorhaben allerdings erst 2005.
Der bis heute gebaute Gumpert Apollo ist durch und durch ein Supersportwagen: Das Modell hat eine Straßenzulassung, darf aber gleichzeitig bei verschiedenen Rennserien wie der FIA GT Meisterschaft mitfahren. Je nach Ausführung beläuft sich die Leistung des 4,2 Liter starken V8-Biturbos auf 478 bis 588 kW. Die offizielle Serienproduktion erfolgt seit dem 21. Dezember 2005. Ursprünglich sollte das Modell zwischen 115.000 und 175.000 Euro kosten. Am Ende pendelte sich der Grundpreis bei knapp 200.000 Euro ein.
Da genauso wie bei Wiesmann komplett in Handarbeit gefertigt wird, kann jeder Kunde bis zur letzten Ziernaht seine individuellen Wünsche einbringen. Im Laufe der Jahre kamen verschiedene Sondermodelle und auch spezielle Rennprototypen zum Einsatz. Beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2008 ging beispielsweise ein Gumpert Apollo mit Hybrid-Antriebskonzept an den Start. Zuletzt erfuhr das Modell anno 2010 ein Facelift. Momentan konzentriert sich die Manufaktur auf den reinrassigen Rennwagen Apollo R und den Apollo Enraged.
